Aktuelles Interview in der Zeitschrift: Goldmarkt PDF Drucken E-Mail

Herr Siegel, 2009 war nun im Gegensatz zu 2008 ein wirklich "goldenes" Jahr für Edelmetall- und Rohstoffinvestoren. Mit Ihrer Meinung aus Goldmarkt Ausgabe 03/09, dass 2009 das "Jahr der Gold-und Silberaktien" werden wird, lagen Sie wieder einmal richtig. Wie sehen Sie rückblickend das vergangene Jahr und welche Schlussfolgerungen ziehen Sie hieraus?

Vor allem Gold- und Silberaktien wiesen Anfang 2009 erhebliche fundamentale Unterbewertungen auf, die im Jahresverlauf 2009 aufgeholt werden konnten. Der im Jahresverlauf 2009 um über 20 % angestiegene Goldpreis spiegelt sich jedoch in den Bewertungen der Goldminenaktien noch nicht wieder, so dass auch für 2010 und 2011 weiteres Kurspotential besteht.

 

Wie schätzen Sie die wirtschafltiche Lage in Deutschland und der Welt aktuell ein? Ist die Krise aus Ihrer Sicht überstanden, oder steht uns das schlimmste noch bevor? Ihr oft zitierter Crack-up-Boom ist ja bereits an den Aktienmärkten zu erkennen. Welche Empfehlungen haben Sie für den privaten Anleger?

Die Lage in Deutschland ist durch eine vorsichtige Erholung nach einem starken Einbruch gekennzeichnet. Die positive Wirtschaftentwicklung vor allem in den Schwellenländern China, Indien und Brasilien verhindert derzeit eine weltweite Zusammenbruchskrise. Die verfehlte Geldpolitik, die zur aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise geführt hat, wurde nicht korrigiert. Im Gegenteil wird die Umschichtung von Wohlstand vom Steuerzahler zu den Banken mit den sogenannten "Rettungspaketen" zu einer Verlängerung und Verschärfung der Wirtschaftskrise führen und in eine Sozialkrise münden. Die weltweit nicht mehr beherrschbare Verschuldung der Staaten wird 2010 das entscheidende Thema werden. Schon jetzt ist absehbar, dass die Staatshaushalte nur durch den Kauf von Staatsanleihen durch die Zentralbanken aufrecht erhalten werden können. Dieses Verhalten mündet jedoch in eine unkontrollierbare Inflation. Bereits jetzt entstehen neue Blasen an den Aktienmärkten und an den Rohstoffmärkten. Gold und Goldminenaktien bleiben in diesem Umfeld für jeden Anleger die erste Wahl.

 


Edelmetalle sind ja derzeit auch eng verbunden mit den Themen Inflation und China; u.a. haben Chinesische Firmen bereits einige australische Minenwerte übernommen. Sehen Sie für 2010 bereits eine deutliche Inflationsgefahr und wird China auch weiterhin mit ein Treiber für steigende Kurse von Minenwerten und physischen Rohstoffen sein?

Chinas Wirtschaft expandiert weiterhin mit Wachstumsraten von über 10 %. Durch den Aufbau der Infrastruktur steigt die Nachfrage nach Rohstoffen noch überproportional zu den bereits hohen Wachstumsraten. China sitzt auf Währungsreserven von über 2.000 Mrd $, die mit wachsender Agressivität weltweit für Rohstoffinvestments eingesetzt werden. Als wichtiger Rohstofflieferant liegt Australien vor der Türe und konnte von diesen Investitionen bereits 2009 viele Milliarden einsammeln. Die chinesische Nachfrage nach Rohstoffinvestments in Australien dürfte sich 2010 und 2011 sogar noch verstärken. Daneben verfügt eine wachsende Schicht von vermögenden Chinesen über freies Kapital, das für Investments an den Börsen eingesetzt wird. Auch hier konnte der australische Aktienmarkt bereits 2009 wachsende Zuflüsse registrieren.

 

Über Ihre Edelmetallhandelsfirma Westgold können phyische Edelmetalle ge- und verkauft werden. Wie war Ihr Eindruck in Bezug auf die Nachfrage nach physischen Edelmetallen in 2009 und sehen Sie hier einen Trend für 2010 und die Jahre danach?

Die Nachfrage nach Investments in physische Edelmetalle ist ungebrochen. Der Markt dürfte 2009 nach den Boomjahren 2007 und 2008 von einem Rekordniveau aus um weitere 20-30 % gewachsen sein. Sobald das Thema Staatsverschuldung ernsthaft in die Diskussion kommen wird, wird die nächste Investitionswelle privater Anleger anrollen und die Nachfrage nochmals verdoppeln bis verdreifachen. Bislang ist die Masse der Anleger völlig unterinvestiert. Bereits mit einem Anteil von 1,5 % des freien Geldvermögens der deutschen Sparer könnte die komplette Weltjahresgoldproduktion aufgekauft werden.

 

Sie sind Berater des STABILITAS Pacific Gold+Metals Fonds, der eine unglaubliche Jahres-Performance von 131,1 % aufweist und damit laut Morningstar der erfolgreichste Goldminenfonds in 2009 war. Damit haben Sie nach den Jahren 2001 und 2007, in denen Sie ebenfalls für die beste Jahresperformance eines Goldminenfonds verantwortlich waren, erneut bewiesen, das Sie zu einem der besten Fondsmanger in der Branche zählen. Erzählen Sie uns ein wenig über Ihre Anlagestrategie und die Aktienauswahl in Ihrem Portfolio.

Der STABILITAS Pacific Gold+Metals investiert in fundamental unterbewertete Goldaktien und realisiert Gewinne, wenn die Unterbewertungen ausgeglichen werden. Da der australische Markt im Vergleich zum kanadischen Markt weniger beobachtet wird, sind dort überdurchschnittlich viele dieser Werte zu finden, weshalb der Fonds auch hier den Schwerpunkt der Investitionen hat. Die Struktur, vorzugsweise in Werte mit hohen Gewinnspannen und geringen Risiken zu investieren, hat sich im Jahresverlauf 2009 nicht verändert.

 

Nun ist Ihr Fonds ja schon deutlich angestiegen, raten Sie Anlegern daher jetzt noch zum Einstieg?

Mein Szenario sieht einen Anstieg des Goldpreises auf mindestens den Gleichgewichtspreis von 1.600 $/oz vor. Dieses Niveau dürfte bis Ende 2011 erreicht werden. Auf dieser Basis haben die im Fonds enthaltenen Goldminenaktien noch ein Kurspotential zwischen 50 und 150 %. Da der Markt zudem den Rückschlag von den Bewertungen aus dem Jahr 2007 noch nicht vollständig ausgeglichen hat, eröffnet sich ein weiteres Kurspotential von etwa 20 bis 30 %. Insgesamt ergibt sich damit für den STABILITAS Pacific Gold+Metals Fonds bis zur vollen Bewertung der enthaltenen Goldminenaktien ein maximales Kurspotential von etwa 150 %. Sollte der Goldpreis in einem Crack-up Boom über den Gleichgewichtspreis von 1.600 $/oz ansteigen, würde sich das Kurspotential weiter erhöhen.

 

Viele sogenannter Experten schreiben, dass die Luft an den Rohstoffmärkten in 2010 sehr dünn wird und man mit starken Kursrückschlägen bei Minenwerten und Edelmetallen rechnen muss. Teilen Sie diese Meinung und haben Sie Top-Empfehlungen für 2010?

Im Gegensatz zu vielen Marktbeobachtern, die im übrigen in den letzten Jahren meist nie zum Einstieg in den Goldmarkt geraten haben, erkenne ich am Goldmarkt überhaupt keine Anzeichen einer Blase. Im Gegenteil erwarte ich, dass ab 2010 die Luft aus der Blase an den Anleihemärkten in andere Märkte entweicht, sobald die Diskussion über die unkontrollierbare Staatsverschuldung zu einem Druck in Richtung steigender Zinsen führt. Ein Goldminendepot sollte wegen der hohen Risiken einzelner Aktien aus mindestens acht bis zehn Werten bestehen. Ein Investment in den STABILITAS Pacific Gold+Metals Fonds bietet sich mit einer Steuung der Risiken auf über 30 Werte als Alternative an. Durch eine Kooperation mit dem Vermögensverwalter Michael Geiger (www.mg-finance.de) bietet sich dem interessierten Anleger die Möglichkeit, den Fonds komplett ohne Ausgabeaufschlag zu kaufen. Im Prinzip kann der Anleger damit gleichzeitig in über 30 ausgewählte Goldminenaktien ohne jede Spesen ein- und aussteigen.