Kommentar zum Handelsblattartikel: "Propheten des Weltuntergangs finden kein Echo" PDF Drucken E-Mail

Handelsblatt: „Propheten des Weltuntergangs finden kein Echo“. Auszüge aus dem Artikel: „Von verkrachten Aussteigern über schrullige Vermögensverwalter bis hin zu hochangesehenen Wissenschaftlern sind die verschiedensten Figuren dabei“. „Es ist die Zeit der Untergangspropheten. Sie sagen Schlimmes voraus. Doch Profis nehmen ihre Szenarien nicht ernst“.

In einem Teil des Artikels wird auf die Lehre von Ludwig von Mises hingewiesen, die der Österreichischen Schule der Nationalökonomie zugerechnet wird. Die Lehre von von Mises sieht die Ursachen der immer wieder aufkommenden Krisen in einer verfehlten Geldpolitik, die zu Fehlallokationen von Ressourcen und nach dem Platzen von spekulativen Blasen letztlich in eine inflationäre Katastrophenhausse führt. Von Mises (1881 bis 1973), damals ein hochangesehener Wissenschaftler, hat diese Theorie in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts entwickelt und die damalige Weltwirtschaftkrise vorausgesagt. Viele Analysten und Marktbeobachter, die diese Lehre als Grundlage für ihre Entscheidungen nutzen, konnten das Platzen der US-Immobilienblase und die aktuellen Finanzkrise ebenfalls voraussagen. Unter vielen anderen habe ich in einem Vortrag auf der Edelmetallmesse in München im November 2005 folgende Zitate veröffentlicht (s. auch www.goldhotline.de, Vorträge).

„Die Systemkrise im Finanzsektor in Japan, den USA und Europa kann nicht ohne größere Turbulenzen überwunden werden. Vor allem wird es anhaltendes Probleme bei Banken und Versicherungen geben.“

„Immobilienblase. Marktwert der Immobilien verdoppelt sich innerhalb von 5 Jahren auf 70.000 Mrd $.“

„Investmentbanken können jederzeit wegen Fehlspekulationen bei Derivaten in Konkurs gehen.“

„Ausdrückliche Warnung vor Investitionen in Zertifikaten. Zertifikate sind Bankschuldverschreibungen. Es besteht kein Schutz bei einer Bankenpleite im Fall einer weltweiten Finanzkrise“.

„Es sind bislang nur 0,3 % des Privatvermögens in Gold investiert worden, so dass gerade im Hinblick auf eine Systemkrise im Finanzsystem ein gewaltiger Nachholbedarf besteht.“

Für diese Zitate gibt es hunderte Zeugen. Sie wurden in verschiedenen Interviews auf n-tv und bloomberg tv aufgezeichnet. Es sind keine Prognosen eines einzelnen, sondern Ableitungen auf der Basis einer soliden Wirtschaftstheorie, die von einer Vielzahl von Marktbeobachtern geteilt wurden und werden. Auf der Basis dieser Lehre habe ich zum Jahresbeginn steigende Preise für Edelmetalle, Rohstoffe/Öl, Aktien und Immobilien vorausgesagt.

Der Artikel im Handelsblatt diskreditiert die Lehre von von Mises mit der Überschrift: „Propheten des Untergangs finden kein Echo“ und mit Aussagen wie: „20.000 Dollar soll das Gold eines Tages kosten, glauben selbst ernannte Hellseher“. Das ist kein seriöser Journalismus.

Dagegen lässt das Handelsblatt die bislang richtigen Vorhersagen auf der Basis der Lehre von von Mises ausgerechnet von Joachim Goldberg von Cognitrend mit der unverschämten Bemerkung kommentieren: „Sie wollen zuallererst auffallen“. Zur Erinnerung hat der Partner von Joachim Goldberg, Gianni Hirschmüller, am 22. Januar 2001 bei einem Goldpreis von 260 $/oz in einem Interview auf n-tv auf die Frage inwieweit Gold für private Anleger geeignet ist, geantwortet: „…gar nicht“ … „weiterhin Finger weg“.

Aufschlussreich und entlarvend ist vor allem der Schlusssatz des Artikels: „Die Notenbanken haben heute andere Instrumente und aus der Geschichte gelernt“.

Diesen Satz haben ernsthafte Warner vor der aktuellen Finanzkrise in den letzten Jahren tausendfach als Gegenargument gehört und gelesen. Er ist absolut falsch, inhaltsleer und vor dem Hintergrund der aktuellen, nicht vorhergesehenen aktuellen Finanzkrise geradezu lächerlich.

Die Zentralbanken können auch heute nur Blasen aufblasen und den Wohlstand umverteilen. Welches Instrument haben sie denn, außer den Zins künstlich zu manipulieren und die Fehlallokation von Finanzmitteln zu provozieren? Was haben sie denn aus der Geschichte gelernt, um die aktuelle Finanzkrise vorhersagen und vermeiden zu können? Wenn die Zentralbanken vor der aktuellen Finanzkrise nicht gelernt hatten, warum soll es dann vor der nächsten Finanzkrise anders sein?

Zusammenfassung: Ludwig von Mises ist kein „Prophet des Untergangs“, sondern hat eine belastbare wissenschaftliche Lehre entwickelt, die Finanzkrisen erklären und vorhersagen kann. Die Umsetzung der Lehre von von Mises würde in ein stabiles Finanzsystem mit inflationsfreiem und verschuldungsfreien Wachstum führen und die Zentralbanken und Investmentbanken entmachten. Dagegen führt uns die allgemeine Gläubigkeit an die Irrlehre von Keynes geradezu blind in die nächste Finanzkrise. Die Anhänger der Lehre von Keynes konnten und können Finanzkrisen nicht vorhersagen und leben von unbelegten Behauptungen wie: „Die Notenbanken haben heute andere Instrumente und aus der Geschichte gelernt“. Die Lehre von Keynes überlebt vor allem deshalb, weil sie den Regierungen die Umverteilung von Wohlstand legitimiert und nicht weil mit ihr Krisen verhindert oder Wirtschaftswachstum geschaffen werden können. Dies ist auch der Grund, warum die Lehre von von Mises von den Zentralbanken, den Investmentbanken (den Hauptprofiteuren der aktuellen Wohlstandsumverteilung), den Regierungen und den von diesen Institutionen abhängigen „Wissenschaftlern“ so vehement bekämpft wird. Die Frage ist nur, durch wie viele Finanz- und Wirtschaftskrisen die Bevölkerung noch gehen muss, bis sie dies durchschaut und endlich die Einführung eines soliden Finanzsystems fordert.